3. - 6. Sep. 2026

9 bis 18 Uhr

MesseRendsburg GmbH

So schön gelb. So schön giftig.

Die Raupen des Blutbären fressen die Pflanze langsam herunter und hindern das Jakobskreuzkraut daran, neue Samen zu entwickeln und sich weiter zu verbreiten.

Was auf den ersten Blick naturnah und einfach schön aussieht, kann leider für viele Wirbeltiere gesundheitlich gefährlich werden.

Die Raupe des Blutbären, auch Jakobskrautbär oder Karminbär genannt.

Die Raupen ernähren sich von Greiskräutern, hauptsächlich vom Jakobskreuzkraut, dem sie auch ihren Namen verdanken. Greiskräuter enthalten Gift, v. a. bitter schmeckende Pyrrolizidinalkaloide.

Die Raupen nehmen die Gifte des JKK während des Fressens auf und lagern sie ein, ohne selbst Schaden zu nehmen, wobei sie für andere Tiere giftig werden.

Andreas Frahm klärt zum Jakobskreuzkraut und zur Bekämpfung mit dem Blutbären auf.

Jakobskreuzkraut - die Gefahr für Weidetiere

Über den Sommer sieht man es wieder überall auffällig gelb blühen. Auf Weideflächen, auf Verkehrsinseln, an Straßenrändern. Durchaus nett anzuschauen, aber das heimische Jakobskreuzkraut (JKK) ist eine Giftpflanze und stellt eine ernste Bedrohung für Weidetiere dar.

Seine Giftigkeit beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), die zu chronischen Lebervergiftungen führen. Auch dem Menschen kann das Jakobskreuzkraut gefährlich werden - durch Aufnahme der Giftstoffe durch Milch, Fleisch oder gar über Hautkontakt. Also besser keinen Blumenstrauß pflücken!

Normalerweise werden frische Pflanzenanteile im Futter, die bitter schmecken, von Rindern, Pferden und anderen Weidetieren gemieden. In Heu und Silage sind die Bitterstoffe kaum zu schmecken und die Giftpflanze wird mitgefressen.

Für Bienen ist das Jakobskreuzkraut zwar ungiftig, aber wenn Bienen aus Mangel an anderen Trachtpflanzen das Jakobskreuzkraut anfliegen, können Spuren von PAs in den Honig kommen.

Eine (!) blühende JKK-Pflanze kann bis zu einige zehntausend (!) Samen bilden, die vom Wind bis zu 40 Meter verbreitet werden können. Diese Samen bleiben im Boden bis zu 20 Jahre (!) keimfähig. Für viele Tierhalter heißt es Jahr für Jahr Pflanzen ausstechen und diese nach Möglichkeit in Biogasanlagen oder im Restmüll zu entsorgen. Erfolgreich ist aber auch die Ansiedlung des natürlichen Fraßfeindes des JKK, dem Blutbären, einem auch als Jakobskrautbär oder Karminbär bekannten Schmetterling.

Auf der Norla informiert blutbaer.de am Stand in der Halle ausführlich über die Möglichkeit, Flächen in einem Zeitraum von rund vier Jahren vom JKK zu befreien. Andreas Frahm züchtet den Blutbären und bringt ihn auf befallenen Flächen aus. Das JKK wird heruntergefressen und kann nicht aussamen. Das JKK wird soweit zurückgedrängt, dass es sich unauffällig in der Grasnarbe verhält. Kein Spritzen, kein Ausstechen, keine weitere Gesundheitsgefährdung der Rinder, Pferde und Ponys. Weitere Infos gibt es unter blutbar.de.

Der Blutbär ist ein Schmetterling, der seine Eier auf die zweijährige Pflanze des Jakobskreuzkrautes ablegt. Die geschlüpften Raupen fressen die Pflanze langsam herunter und hindern das Jakobskreuzkraut daran, neue Samen zu entwickeln und sich weiter zu verbreiten. Die herunter gefressene Pflanze erholt sich im gleichen Jahr nicht und ist im Folgejahr nicht mehr vorhanden.
Bei der Bekämpfung des Jakobskreuzkraut geht es letztlich darum, „die Samen aus den Boden zu ziehen“. Bereits im Boden vorhandene Samen keimen und bilden zunächst unauffällige einjährige Pflanzen aus, die im Folgejahr von den Raupen gefressen werden und keine neue Samen verbreiten können. Das Jakobskreuzkraut verschwindet somit in einem Zeitraum von rund vier Jahren und wird nachhaltig aus dem Landschaftsbild zurückgedrängt.

Da das Jakobskreuzkraut in der Regel nur auf den eigenen Flächen bekämpft werden kann, ist es wichtig, Nachbarn mit einzubeziehen bzw. Nachbarflächen ebenfalls zu bereinigen. Nur so kann es gelingen, möglichst viele Samen aus dem Boden zu ziehen und die gesamte Region vom Jakobskreuzkraut zu befreien.

 

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